„Elterntag“ statt „Muttertag“

familieHeute Morgen fragte mich ein Freund, was ich vom Muttertag halte und wie ich und wir diesen in meiner Familie feiern. Nun, der Muttertag war schon für meine Mutter kein Thema. Sie war der Meinung, jeder Tag sei Muttertag; man müsse das nicht an einem Tag zelebrieren und die restlichen 364 Tage des Jahres vergessen.

Nicht nur einmal im Jahr?

Ich kann mich diesem Denken nur anschliessen und habe das auch so an meine Kinder weitergegeben. Den Blumen- und Schokoladehändlern mag ich den Umsatz an diesem Tag durchaus gönnen, aber ich finde es schöner, wenn man seiner Mutter auch an irgendeinem anderen Tag seine Aufmerksamkeit zukommen liesse.

Neues Rollenverständnis

Vor kurzem traf ich einen Nachbarn, der stolz und glücklich seine sieben Wochen alte Tochter in der Babybauchtrage spazieren führte. Das erinnerte mich an eine Begebenheit aus der Zeit vor dem Weltkrieg, als die so genannten besseren Leute noch Dienstmädchen hatten. Da zu Kriegsbeginn viele dieser Dienstmädchen in den Munitionsfabriken gebraucht wurden, mussten die „besseren Herrschaften“ plötzlich vieles selbst machen.

Die Zeiten ändern sich

Fast entsetzt erzählte meine Mutter, dass sie mitbekommen hatte, wie der „Herr Doktor“, ein Rechtsanwalt, im Milchladen die Milch für sein Baby holte. Die Flaschen trug er in der Aktenmappe nach Hause, damit ja niemand sah, was er da eingekauft hatte. Damals, als den Müttern alleine die Sorge der Kinder oblag, wäre sogar ein Vater, der einen Kinderwagen schob, völlig undenkbar gewesen. In dieser Zeit war es sicher gerechtfertigt, durch den Muttertag daran zu erinnern, was die Mütter alles alleine leisten. Doch die Zeiten haben sich geändert- zum Glück!

Deshalb bin ich der Meinung, dass der Muttertag heute als Elterntag begangen werden müsste.

Teilen?

2 Kommentare zu “„Elterntag“ statt „Muttertag“

  1. Muttertag soll natürlich nicht nur ein Tag sein. Es sei aber so schön wenn die ganze Familie um dem Tisch sitzt.
    Als Mutter vieler Kindern, war ich oft in der Schule der Kindern zu helfen.
    Im Schwimmbad, den Kindern zu helfen.
    Am Markt den Schülern zu zeigen, wie etwas verkauft wir.
    Im Bus auf dem Land, Natur zu erklären…
    Da sieht man auch andere Leute, die für eine lange Zeit ( Stiefeltern ) oder für eine kürzere Zeit (Erwachsene, die ,während dem Mutter Problemen hat, die Rolle der Stiefeltern spielen). Nah zu unserem Haus ist ein Heim für Kindern, deren Mutter und Vater nicht Eltern sein können [Alkohol ist ein echter Gift in Nordfrankreich]
    Diese Eltern sollen auch, wenn alles klappt, gefeiert werden. Für sie ist es wichtig.
    Für den Kindern ist es auch wichtig. Bei uns in den Schulen machen sie immer ein kleines Geschenkt für die Müttern. Für diesen Kindern ist oft Muttertag ein echter Scheissetag.
    Ich „gehöre“ an einem getrennten Garten. der Heim hat auch ein Teil. Es war sehr schön ihnen am Nachbarntag zu sehen. Sie waren ein Teil der Gemeinschaft. Sie nahmen an dem Leben teil. Alles Gute.
    Schôn dir wieder lesen.
    Frédérique

Comments are closed.