Alles um Hilfe

Man fragte mich, was ich zum Thema „Hilfe“ zu sagen habe. Hierzu meine Gedanken: 

Hilfe ist ein mehrschichtiger Begriff. Da gibt es: 

  1. Hilfe leisten
  2. Hilfe annehmen 
  3. um Hilfe bitten
  4. Hilfe erschnorren

1.

Wenn ich Hilfe leiste fühle ich mich gut. Ich habe dann Gutes getan, vielleicht war ich sogar der Held, der Positives tat. Hilfe annehmen ist für viele schon schwieriger. Wenn ich Hilfe annehme, zeige ich damit vielleicht eine Schwäche, ein Unvermögen und ich fühle mich gedemütigt. 

2.

Es gibt auch Leute, die Hilfe nicht annehmen können, da sie Angst haben, dann ebenfalls um Hilfe gebeten zu werden und vielleicht sogar ausgenützt zu werden. Auch wollen sie niemanden etwas schuldig oder verpflichtet sein.

3.

Um Hilfe zu bitten ist für viele noch schwieriger, es könnte als Mangel an Selbstbewusstsein ausgelegt werden. Alle brauchen irgendwann einmal Hilfe. 

Ich habe zum Beispiel Probleme beim Benzin tanken. Neulich musste ich wieder einmal tanken. Da ich nur alle 3-4 Monate tanken muss, vergesse ich in der Zwischenzeit die Abläufe und wie ich die Pumpe mit dem Pin zum Laufen bringe immer wieder. Als es wieder soweit war und der Benzintank sich leerte, erkannte ich, dass ich ein regelrechtes Trauma hatte. So begann ich an mir zu arbeiten. Ich benützte die Trauma-Essenz und dachte mir immer wieder: Du schaffst es. Zwar ging das Nachfüllen nicht ganz ohne Probleme, aber ich sagte dann einfach zu den hinter mir Wartenden, ich bräuchte Hilfe. Und man gab sie mir auch und war kein bisschen ungeduldig, dass ich die Säule blockiert hatte. Damit hatte ich zugegeben, dass ich hilfsbedürftig war, doch das ist kein Problem mehr für mich. Um Hilfe zu bitten, wenn es nötig ist, ist keine Schande und es fällt einem keine Perle aus der Krone eine Schwäche zuzugeben.

4.

Dann gibt es noch die Schnorrer, die mit dem Appell an die Hilfsbereitschaft der Mitmenschen sich Vorteile erschleichen. Mit rührseligen Geschichten versuchen sie, sich Vorteile, Geld oder Dienstleistungen zu verschaffen und wenn man sie verweigert, sollte man ein schlechtes Gewissen haben. Es braucht mitunter mehr Mut, Nein zu sagen als etwas gegen seinen eigenen Willen zu tun. Auch dies zeigt mangelndes Selbstbewusstsein. Dazu empfehle ich ein Buch, das ich vor vielen Jahren zum ersten Mal zum Kauf angeboten hatte: Sag nicht ja, wenn Du nein sagen willst (Fensterheim und Baer, Goldmann Verlag).

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