Ablehnung erfahren – und wie ich damit umgehe

Ablehnung„Du musst dich nicht wundern, dass dich niemand mag, du keine Freundinnen hast mit deinem unangenehmen Charakter, mit deiner Verstocktheit und nie einem freundlichen Gesicht.“ Diese Worte, die mir meine Mutter an den Kopf warf, als ich gerade einmal 15 Jahre alt war, sind bezeichnend für unser Verhältnis. Als Kind, so erzählte man mir, war ich sehr ernst und habe nie gelächelt. Aber diese Aussage meiner Mutter war ein harter Brocken für mich. Was machte ich: Ich ging in mein Stübchen, stellte einen Spiegel vor mich und übte zu lächeln, so lang, bis es mir gelang, ein „Lächeln aus dem Herzen“ auf dem Gesicht zu haben, statt nur die Mundwinkel hochzuziehen. Als ich damit zufrieden war, ging ich auf die Strasse und lächelte die Leute an – und siehe da, ich bekam freundliche Grüsse von wildfremden Leuten zurück. Diese Eigenschaft habe ich bis heute beibehalten, sie wärmt das Herz.

Kurz bevor meine Dienstmädchenzeit in Paris zu Ende ging und ich zu meiner Familie zurückkehren wollte, geriet mir ein Brief in die Hände, den meine Mutter an meine Schwester schrieb: Sie fürchte sich vor meiner Rückkehr, stand da. Ich sei ihr so wesensfremd, dass sie mich gar nicht als ihr Kind empfinde. Ich sei seit jeher ein Fremdkörper in der Familie und gehörte da auch nicht hinein. Als ich das las, verlängerte ich meinen Arbeitsvertrag als Dienstmädchen und kehrte nur noch für kurze Zeit zu meiner Familie zurück.

Ich weiss heute, dass ich trotz allem eine grossartige Mutter hatte und dass sie eine bewundernswerte Frau war. Durch sie wurde ich zu dem was ich heute bin. Ich liebe sie heute mehr denn je.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? – Schreibt mir, ich bin gespannt auf eure Nachrichten.

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2 Kommentare zu “Ablehnung erfahren – und wie ich damit umgehe

    1. Liebe Vesna,danke für Deinen Kommentar,den erst gerade entdecke.Anfängerpech.Wir können gerne weiter darüber diskutieren.Ich habe mich längst innerlich mit meiner Mutter ausgesöhnt,ich weiss,dass ich nicht wäre was ich heute bin ohne sie.Meine damals 11 jährige Tochter sagte mir ,nach einem Mentaltraining bei M.Friebe :Mama warum klagst Du,Du hast Dir Dein Leben so programmiert und ausgesucht.Ich las einmal den Anspruch “ Das Leben ist nichts als ein Wachsen und Werden und ein Vorbereiten auf die Ewigkeit.“Also,zufrieden sein.Liebe Grüsse Verena.

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